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K.D.St.V. Markomannia Würzburg

Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Markomannia Würzburg, K.D.St.V. Markomannia Würzburg, ist eine 1871 zu Würzburg gegründete nichtschlagende, katholische Studentenverbindung. Sie ist Mitglied des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wappen der K.D.St.V. Markomannia Würzburg

Vorgeschichte

Motiv und Ansporn für den Gründer der Markomannia, Georg Trapp aus Lohr, ein Münchener Aenanen-Bursche, war, dass die fünf im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) zusammengeschlossenen Korporationen Aenania München, Winfridia Breslau, Guestfalia Tübingen, Bavaria Bonn und Austria Innsbruck dringend personellen Zuwachs aus anderen deutschen Universitätsstädten benötigten.

Die günstige Lage Würzburgs, wo Studenten aus der Pfalz und Unterfranken studierten, führte nach bewegten Conventen und erheblichen Schwierigkeiten dann doch binnen einer Jahresfrist zum Ziel. Die Namenswahl, durch den Gründer kurz vor der Konstituierung vorgenommen, erfolgte zur Erinnerung an die Markomannen. Dies war ein germanischer Volksstamm, der um die Zeitenwende im Gebiet des heutigen Unter- und Oberfranken wirkte. Den Vorstellungen Trapps gemäß wurde die junge Markomannia schon bald in den Cartellverband aufgenommen, wo sie, ihrem ansehnlichen Mitgliederstand entsprechend, schnell zu einer Stütze der Cartellverbindungen wurde.

Gründung

Im Zuge einer katholischen Gegenbewegung zum herrschenden Liberalismus, konstituierte sich Markomannia am 7. Februar 1871 als Studentengesellschaft, um sich bald darauf, am 10. Juli 1871, in eine farbentragende Verbindung umzuwandeln.

Trotz der zahlreichen Anfeindungen in den ersten Jahren, einerseits von der liberalen Presse, andererseits aus den Reihen der Corps, konnte Markomannia sich gut etablieren und festigen. Das Verhältnis zur Bevölkerung entwickelte sich vorteilhaft. Einige hochgestellte Persönlichkeiten nahmen früh die Ehrenmitgliedschaft an und gaben so dem Bund Anerkennung und Rückhalt.

Der Aufbau einer Verbindungsbibliothek schon im zweiten Jahr sowie das Erscheinen einer eigenen Wissenschaftlichen Zeitung kurz darauf zeigen, dass es der Verbindung mit dem Prinzip scientia genauso ernst war, wie mit dem der religio.

In der folgenden Zeit waren es große Feierlichkeiten kirchlicher oder auch weltlicher Art, bei deren Gelegenheit die Verbindung in die Öffentlichkeit trat und Sympathien erregte.

In Verbands- wie auch hochschulpolitischen Gremien wurden Markomannen oft mit Mitbestimmungs- und Führungsaufgaben betraut. Die rege Mitarbeit auf verschiedenen Gebieten findet zum Beispiel in einer wiederholten Übertragung des Vorortes Ausdruck.

Um die Jahrhundertwende hatte Markomannia einen so beträchtlichen Mitgliederstand erreicht, dass man Anfang 1902 eine Teilung durchführte und die Thuringia Würzburg als Tochterverbindung gründete. Ein gutes Verhältnis zu den erstgegründeten Verbindungen sowie die Patenschaften zu Gothia Erlangen, Saxo-Bavaria (Prag) Wien und der neu gegründeten Oeno-Danubia Passau zeugen von vielseitigem Engagement.

Erster und Zweiter Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurden mehr als 250 Markomannen zu den Waffen gerufen. Für 45 von ihnen gab es keine Wiederkehr. Ein üblicher Semesterbetrieb fand in dieser Zeit nicht statt. Die allgemeine Notlage nach dem Kriege zwang zu gegenseitiger Hilfe und Unterstützung, wie es sich im Zusammenschluss aller Studentenschaften des deutschen Sprachraumes dokumentierte.

In diesen schweren Tagen war es dann um so erfreulicher, als Mitte 1920 der langgehegte Wunsch der Markomannen nach einem eigenen Haus in Erfüllung ging. Der Hutten’sche Felsenkeller in der Randersackerer Straße wurde für die nächsten zwölf Jahre der Verbindung zum Heim. Aber schon 1932 bezog man die Villa in der Mergentheimer Str. 60, da die vorigen Räumlichkeiten zu klein geworden waren. Doch nur kurze Zeit nach der Machtergreifung musste sie wegen drohender Beschlagnahme durch die Gestapo vermietet werden. 1945 wurde das damalige Haus bei der Bombardierung Würzburgs bis auf die Grundmauern zerstört.

Die Jahre nach 1933 waren für die meisten Korporationen und Verbände von Bedrohung gekennzeichnet. So erging es auch Markomannia. Zwar wurde die Verbindung während der folgenden Zeit nicht aufgelöst, dennoch wurde am 27. Oktober 1935 der Cartellverband auf dem Markomannenhaus aufgelöst.

Wiederbegründung

Gleich nach dem Ende des Krieges, in dem über 30 Markomannen ihr Leben ließen, begann die mühevolle Wiederaufbauarbeit durch einige unermüdliche Bundesbrüder, so dass 1948 das 77. Stiftungsfest wieder eine größere Anzahl von Mitgliedern zusammenführte. In diesem Jahr wurden auch Altherrenverband und aktive Verbindung von Behörden und Universität anerkannt, die ersten Nachkriegsfüchse geburscht.

Erst Ende 1954 konnte der erste Teilwiederaufbau des Hauses bezogen werden. Seit 1964 schließlich steht das Haus in seiner jetzigen Form.

2001 wurde das 130. Stiftungsfest gefeiert mit Anwesenheit aller Tochter- und Patenverbindungen der Markomannia.

Markomannia führte sechsmal den Vorort (Vorsitz) des Cartellverbandes: 1873/1874, 1880/1881, 1888/1889, 1897/1898, 1963/1964 und 1998/1999.

Die Nummer in der amtlichen Reihenfolge der Cartellverbindungen ist Nr. 5. Die offizielle Abkürzung ist Mm.

Ziele und Prinzipien

Markomannia beruht auf den Prinzipien religio, scientia und amicitia. Dem patria-Prinzip ist sie durch den CV unterstellt, es zählt aber nicht zu ihren eigenen Prinzipien. Sie will eine lebenslange Freundschaft begründen, welche sich durch ihre couleurstudentischen Traditionen und Comment getragen weiß.

  • Religio bedeutet das Bekenntnis zum katholischen Glauben als lebendigem Grundstein der Verbindung sowie die Bereitschaft, aus ihm das eigene Leben zu gestalten und sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen.
  • Scientia erfordert das Bemühen um ein erfolgreiches Studium und die Auseinandersetzung mit hochschulpolitischen Fragen. Vorträge und Diskussionen bieten die Möglichkeit. den eigenen Horizont über die Grenzen der Fakultät hinaus zu erweitern.
  • Amicitia beinhaltet die Förderung wahrer, über die Studienzeit und die eigene Generation hinausgehende Lebensfreundschaft und die gegenseitige Erziehung zu sozial verantwortlichen, selbstbewußten Persönlichkeiten.

Markommania ist dementsprechend nicht-schlagend.

Couleur, Wahlspruch und Wappen

Couleur

Die Verbindung trägt die Farben himmelblau-gold-grün mit goldener Perkussion. Die Fuxenfarben sind himmelblau-gold mit golden-blauer Perkussion. Kopfcouleur ist eine himmelblaue Tuchmütze, mittleres Tellerformat.

Wahlspruch

Der Wahlspruch ist Furchtlos und Treu!

Wappen

Das Wappen wurde am 24. Januar 1871 beschlossen und besitzt folgenden Aufbau: In der Mitte eines viergeteilten Schildes befindet sich ein weiteres Feld mit den schräg angeordneten Farben und dem Zirkel. Rechts oben befand sich zunächst ein bayerischer Löwe mit Krone in Blau auf weißem Grund als Zeichen der Zugehörigkeit zu Bayern. Um die Jahrhundertwende wurde an dessen Stelle die Rennfahne Würzburgs mit den Farben rot-gelb vor einem schwarzem Hintergrund gesetzt. Links davon ist ein goldenes Kreuz auf himmelblauem Grund abgebildet als Zeichen des Glaubens. Im rechten unteren Feld sind als Zeichen der Freundschaft und des studentischen Frohsinns zwei Leiern und eine Weinrebe dargestellt. Im letzten Feld findet sich eine Eule mit einer Schriftrolle mit dem Wahlspruch “Furchtlos und Treu” als Sinnbild der Wahrheit und Wissenschaft.

Zirkel

Zirkel

Der Markomannenzirkel ist ein couleurstudentisches Monogramm von 4 Buchstaben, V, C, F, M, und ein Rufzeichen. Diese Buchstaben stehen für VIVAT CRESCAT FLOREATQUE MARKOMANNIA (Markomannia lebe, wachse und gedeihe). Eine andere Deutung lautet VIVAT CIRCULUS FRATRUM MARKOMANNIAE (Es lebe der Kreis der Brüder der Markomannia). Das Rufzeichen steht für IN AETERNUM und bedeutet dass die Verbindung noch eine Aktivitas besitzt.

Bekannte Mitglieder

Marburger Kreis

Markomannia Würzburg gehört zum Marburger Kreis, einer couleurstudentischen Interessengemeinschaft innerhalb des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen, die dem Verfall der Sitten vorbeugen und das Katholizitätsprinzip stärken will. Er besteht aus:

Der Marburger Kreis veranstaltet jedes Wintersemester eine reihumgehende Ringkneipe.

Literatur

  • Altherrenverband der Markomannia Würzburg: Geschichte der katholischen deutschen Studentenverbindung Markomannia 1871-1931. Fränkische Gesellschaftdruckerei Würzburg, Würzburg, 1931
  • Gesamtverzeichnis des CV Jahrgang 1913. M. Du Mont Schauberg, Straßburg im Elsass, 1913
  • Gesellschaft für Studentengeschichte und Studentisches Brauchtum e. V. (Hrsg): CV-Handbuch. 3. Auflage, Regensburg, 2000, ISBN 3922485111
  • Schieweck-Mauk S.: Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen. Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte, Würzburg, 1997, ISBN 3894980400, S. 459-471 (mit ausführlicher Bibliographie)
  • Schulze, Friedrich und Ssymant, Paul: Das deutsche Studententum von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Verlag für Hochschulkunde, München, 1932 (Nachdruck), ISBN 3923621906
  • Stitz, Peter: Der akademische Kulturkampf um die Daseinsberechtigung der katholischen Studentenkorporationen in Deutschland und in Österreich von 1903 bis 1908. Gesellschaft für CV-Geschichte, München, 1960
  • Stitz, Peter: Der CV 1919-1938: der hochschulpolitische Weg des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) vom Ende des 1. Weltkrieges bis zur Vernichtung durch den Nationalsozialismus. Gesellschaft für CV-Geschichte, München, 1970
  • Wehr, Florian: Geschichte des Cartell-Verbandes der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen. Paderborn, 1890

Weblinks zu zu

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